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Hinweis: Der Hirschgnadenhof am Hasselholzer Weg ist seit Ende 2008 nicht mehr in der Obhut der Tierversuchsgegner Aachen.

Gnadenhof für asiatische Hirsche in Aachen

Dybowski-Hirsche gehören der Sika-Gattung Ostasiens an und ihr Bestand in der Heimat gilt als sehr gefährdet. In der nördlichen Mandschurei sind die Bastgeweihe des Hirschs als Aphrodisiaka geschätzt und werden getrocknet als Stärkungsmittel an chinesische Apotheken verkauft. Zu diesem Zweck errichtete man regelrechte Zuchtbetriebe. Obschon der Blick auf den Umgang mit den Hirschen in ihrer Heimat zum Stirnrunzeln ist, gehören die Tiere doch eher auf den asiatischen Kontinent als Eingeflogen in einen jahrzehntealten "Privatzoo" eines Aachener Industriellenehepaars. Dieses unterhielt nämlich eine ganze Herde der Hirsche auf einer kleinen Wiese in Aachen, bis sie diese aus Altersgründen aufgeben wollten. Im Jahr 1995 sollten die Tiere zum Abschuss freigegeben werden. Da sich weder die Stadt Aachen, noch der ortsansässige Tierpark oder das Tierheim verantwortlich fühlten, folgten diverse Gespräche der Tierversuchsgegner Aachen mit den Ämtern, um dem düsteren Schicksal der Tiere entgegenzuwirken - mit Erfolg.

Kastration statt Tötung der Nachkommen

Nach der Anfrage beim Aachener Tierpark, der kein Interesse an der Übernahme der Hirsche hatte, war die Abgabe der Tiere vom Tisch. Die Kapazitäten der weiteren regionalen Tierparks waren für eine Aufnahme ebenfalls zu gering, so dass wir Anfang 1996 die Trägerschaft für die 21 asiatischen Hirsche übernahm und sie nun bis zu ihrem natürlichen Tod versorgen. Heute leben auf dem Gelände 13 Tiere. Um eine weitere Vermehrung auf dem kleinen Grundstück einzudämmen, stand die Sterilisation der Tiere zur Debatte. Dies hätte allerdings zur Folge gehabt, dass das männliche Gehabe der Hirsche erhalten geblieben wäre, so dass weiterhin Rangkämpfe und damit Verletzungen stattgefunden hätten. Unter der "Obhut" des Vorbesitzters war der Bestand der Herde durch Tötung der "überschüssigen" Tiere, wie es in allen städtischen Anlagen üblich ist, konstant gehalten worden. Um diesen grausamen Kreislauf aus Vermehrung und Tötung zu entkommen entschieden wir uns in Absprache mit dem Tierarzt für die einzig tiergerechte Lösung: Die Kastration der männlichen Tiere.

Artgerecht ist nur die Freiheit

Als Tierrechtler wünschen wir uns ein deutschlandweites Verbot, Wildtiere auf Wiesen einzupferchen, denn: Artgerecht ist nur die Freiheit. Um es bildlich zu erklären: Wenn Sie in einer superschönen Ferienanlage eingesperrt wären, dann würden Sie trotzdem irgendwann da raus wollen. Denn es ist trotzdem immer eine Gefangenschaft.

Hirsche sind Wildtiere
Die Versorgung einer Hirschgruppe ist nicht vergleichbar mit der Betreuung einer Gruppe von Wildkatzen. Es entstehen ganz andere Probleme, da über die Lebensgewohnheiten und Ansprüche der Tiere sehr wenig bekannt ist. Zu den Eigenarten der Hirsche gehört beispielsweise das ungehemmte Wachsen der Klauen, bedingt durch den matschigen Boden im Winter und die Zugabe des Kraftfutters, damit auch die alten und schwachen Tiere genügend zu Essen haben. Immer wieder kommt es vor, dass Spaziergänger die Hirsche mit Müllschluckern verwechseln und den Wiederkäuern ungeeignetes und unverträgliches Essen hinwerfen.



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